Zwischen Spitzensport und Ausbildung

Flossenschwimmer Max Poschart (22) startet für Deutschland bei den World Games der nichtolympischen Spiele in Breslau (Polen). Und er will gewinnen. Zumindest über die 100 Meter. Seine Schokoladendisziplin. Auf dieser Distanz hält er den Weltrekord.

Der Sportsoldat vom TC Nemo Plauen trainiert am Leipziger Olympiastützpunkt und absolviert bei der OEWA Wasser und Abwasser GmbH in Leipzig eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. „Bis vor einem Jahr wusste ich noch gar nicht, wie es für mich nach dem Sport einmal weitergehen könnte. Ich hatte keine Ahnung, was ich werden will. Bei der OEWA habe ich die Möglichkeit, einen Beruf zu lernen und kann gleichzeitig morgens und abends trainieren. Das Konzept fand ich toll. Und bisher macht mir die Ausbildung auch viel Spaß“, sagt Max Poschart.

Die ersten zwölf Monate seiner Ausbildung hat er gerade hinter sich. Die verlängert sich für den Top-Sportler, der jeden Tag etwa vier Stunden trainiert, um ein Jahr. „Ich wusste nicht“, sagt der 22-Jährige, „ob ich diese doppelte Belastung bewältige – Training und Ausbildung. Es ist eine Herausforderung, aber für meine mentale Verfassung auch sehr wichtig. Jetzt gibt es neben dem Sport, der früher meinen kompletten Tagesablauf bestimmte, noch etwas, das Priorität besitzt.“

Dass er die Herausforderung mit Bravour meistert, zeigen die jüngsten Resultate. Die Europameisterschaften der Flossenschwimmer in Polens Hauptstadt Warschau enden für den Sportsoldaten Anfang Juli überaus erfolgreich: Gold über 100 Meter, Bronze über 50 und 200 Meter sowie mit der 4 mal 100 Meter-Staffel. Mit neuem Weltrekord kehrt der Wahl-Leipziger im Mai dieses Jahres von den Deutschen Meisterschaften in Berlin zurück. Er bewältigt die 100 Meter dort in 33,87 Sekunden – ein Paukenschlag. Im Juni 2016 wird er Weltmeister über die selbe Distanz. Seine allererste Europameisterschaft absolviert er im Sommer 2014. Die Presse feiert ihn; wie Phönix aus der Asche sei er gestiegen. Denn erst 2013 beginnt er überhaupt mit dem Flossenschwimmen. Noch ein Jahr zuvor ist der Sportsoldat am Olympiastützpunkt Potsdam als Schwimmer aktiv.

Nun die Weltspiele. Wieder eine Herausforderung. Auf die er sich freut. „Dass ich gewinnen kann, habe ich gezeigt, nun kommt es auf die Tagesform an.“ Max Poschart weiß, dass es um Hundertstel gehen wird, die über die Plätze entscheiden.

Mehr als 3 500 Sportlerinnen und Sportler aus 111 Nationen gehen bei den World Games vom 20. bis zum 30. Juli 2017 in Breslau an den Start. Der Deutsche Olympische Sportbund entsendet 134 Athleten. Darunter der Leipziger Max Poschart. Die World Games werden alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft des Internationalen Olympischen Komitees an wechselnden Orten ausgetragen, jeweils im Jahr nach den Olympischen Sommerspielen. Ausrichter ist der Internationale Verband für Weltspiele. In diesem Jahr gibt es die zehnten Weltspiele, bei denen Medaillen in über 30 Sportarten vergeben werden, darunter Karate, Tauziehen, Faustball, Tanzen oder Klettern.

Max Poschart in seinem Element