Wo die Hummel sich wohlfühlt…

Im Sommer dürfte es auf der Kläranlage in Bad Münder ordentlich summen – wenn die Hummeln da sind. Denn die OEWA Wasser und Abwasser GmbH hat auf dem Gelände Am Osterberg mit tatkräftiger Unterstützung des NABU Niedersachsen und der Ortsgruppe Bad Münder eine Hummelwiese geschaffen.

Britta Raabe, die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), freut sich, dass die OEWA das Hummelprojekt ihres Vereins fördert. Mit einer Hummelwiese. Die mag vom Farbenspektrum her vielleicht nicht ganz den Vorstellungen entsprechen, die Sebastian Lösch, Niederlassungsleiter der OEWA in Bad Münder, hatte. „Aber die Hummel wird sie lieben“, ist die NABU-Expertin überzeugt. Am 18. Mai kam sie nach Bad Münder, um das Ergebnis zu bestaunen: Es wurden weiße und rosa Scharfgarbe, Roter Klee, Weißklee und gelber Klee, Günsel, kriechendes Fingerkraut, Fünffingerkraut, Margeriten, stinkender Storchenschnabel/Ruprechtskraut sowie Huflattich gepflanzt: „Ein wunderbarer Blütenflor entwickelt sich hier“, findet Britta Raabe. Es handelt sich um heimische Blühpflanzen, „nicht spektakulär, aber hummelfreundlich“.

„Als Umweltdienstleister tun wir natürlich sehr gern und aus tiefster Überzeugung etwas dafür, dass unser unmittelbares Umfeld nachhaltig gestaltet wird – und sei es in Form einer Hummelwiese“, sagt Sebastian Lösch. Darüber hinaus arbeiten das OEWA-Mutterhaus Veolia und der NABU an vielen weiteren Standorten und zu verschiedenen Themen zusammen.

Dies sei, ergänzt Britta Raabe, ein wichtiger Beitrag, damit die Hummel hierzulande genügend Nahrung findet. Denn die pummeligen Blütenbesucher sind bedroht. Deshalb betont die NABU-Geschäftsstellenleiterin: „Wir müssen weiter versuchen, die Menschen stärker für den Schutz der Hummel zu sensibilisieren.“ Sie rät zum Beispiel, dem Wildwuchs im Garten eine Chance zu geben, den Rasen eben nicht immer streichholzkurz zu mähen und die Kanten nicht so exakt zu verschneiden. Durch ein zu akkurates Umfeld nehme man der Hummel nämlich den Lebensraum.

Übrigens, die Hummelwiese wird künftig – ganz im Sinne der Hummel – extensiv bewirtschaftet. Das heißt, ab und an werden Schafe als natürlicher Rasenmäher eingesetzt.