Wasserspeicher mit Verschleißspuren

Am Rande der Ortslage Zschadraß (Stadt Colditz) geht es ab dieser Woche ein wenig belebter zu. Arbeiter, Maschinen, Material – der Hochbehälter Zschadraß wird saniert. Investiert werden rund 170.000 Euro.

„Es geht vor allem um die Sicherung der einwandfreien Trinkwasserqualität. Deshalb wird die vorhandene Innenbeschichtung des Bauwerks mit Sandstrahl zunächst abgetragen, um die Wände dann mit einer frischen Zwei-Komponenten-<wbr />Epoxidharzbeschichtung zu versehen. Zu diesem Zweck muss der Behälter innen wie außen komplett eingerüstet werden, denn mit den Jahren zeigt auch die Fassade deutliche Verschleißspuren und wird saniert“, informiert Uwe Merkel, der zuständige Projektleiter bei der OEWA Wasser und Abwasser GmbH, dem Betriebsführer des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain.

Circa sieben Wochen Zeit sind ab dem 23. August 2018 für die Sanierung des Trinkwasserspeichers in Zschadraß vorgesehen. Mitte Oktober soll das Projekt im Idealfall abgeschlossen und der Behälter wieder einsetzbar sein.

„Wer baut, wie in diesem Fall die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain, braucht natürlich auch die entsprechenden Genehmigungen. Es sind umfassende Abstimmungen mit den Behörden erfolgt“, sagt Uwe Merkel, „zum Beispiel mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Leipziger Land.“ Dort sei man kein Anhänger des bevorzugen blauen Farbtons für den Außenanstrich gewesen, der frisches Wasser symbolisieren sollte. Nun werde der Behälter am Ende der Arbeiten grün angestrichen, was sich besser in die Natur einfüge, gibt Uwe Merkel die Einschätzung der Behörde wider.

Doch bis es so weit ist und man sich dem Anstrich widmen kann, vergehen noch ein paar  Wochen intensiver Arbeit. Im Vorfeld ist das im Hochbehälter Zschadraß gespeichert Trinkwasser nahezu komplett verbraucht worden, in dem man es nach und nach in das Versorgungsnetz eingespeist hatte. Erst wenn der Behälter leer ist, weiß Uwe Merkel, könne man mit den Arbeiten beginnen. „Es handelt sich um eine umfangreiche technologische Erneuerung“, schildert er. Dabei werden unter anderem die Be- und Entlüftungseinrichtungen erneuert, inklusive Pollenfilter. Damit gewährleistet man unter anderem, dass bei der Trinkwasserentnahme die einströmende Luft ordnungsgemäß gefiltert wird. Auch die Füllstandsmessung wird dem Stand der Technik angepasst und zum Teil erneuert.

„In der gesamten Bauphase ist die Versorgung der Kunden, die ihr Trinkwasser ansonsten über den Hochbehälter beziehen, natürlich gewährleistet“, betont Uwe Merkel. Das gelinge über ein Verbundsystem der Wasserwerke im Verbandsgebiet, so dass Sanierungsvorhaben wie dieses problemlos geplant und realisiert werden können.

Der Hochbehälter, der am Ortsrand von Zschadraß (Am Hainberg) steht, ist zwischen 1980 und 82 gebaut worden. Er dient – wie für Hochbehälter typisch – der Zwischenspeicherung von größeren Mengen Trinkwasser, das die Kunden des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain in Colditz und den angrenzenden Ortschaften benötigen. Insbesondere trägt das Bauwerk mit einem Speichervolumen von 1 000 Kubikmetern dazu bei, erhöhte Wasserabnahmen zu Spitzenzeiten abzusichern. Bedingt durch seine Lage auf einem erhöhten Punkt der Ortslage sorgt er für einen entsprechenden Versorgungsdruck in den Haushalten. Die in monolithischer Bauweise errichtete Anlage, also in einem Stück gebaut, misst im Durchmesser gut elf und in der Höhe mehr als zehn Meter.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Sanierung der Trinkwasserspeicher in Zschoppach (Stadt Grimma) abgeschlossen. Nach der technologischen Erneuerung der Anlage in Zschadraß wird dieses Programm mit der Ertüchtigung eine Behälters in Geithain und der Rekonstruktion von Speichern in Ebersbach (Stadt Bad Lausick) fortgesetzt.