„Rundum-Sorglos-Paket“

Grimma. Gruppenkläranlagen sind auch im Herbst 2016 DAS Thema für den Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG). Sie entstehen weiterhin dort, wo sich die Anwohner bewusst – in der Diskussion mit dem VVGG – für diese Form der dezentralen Abwasserentsorgung entschieden haben. „Die Anlagen in Ballendorf, Bahren, Schönbach, Döben und Commichau sind bereits fertig. In Neuneunitz, Kleinbardau, Kaditzsch, Kössern und Cannewitz wird zurzeit gebaut. In Wagelwitz geht es demnächst los. Und für Sermuth wird die Ausschreibung vorbereitet“, fasst Heidrun Berkoben zusammen. Berkoben leitet die Investitionsabteilung der Niederlassung Grimma der OEWA Wasser und Abwasser GmbH.

KADITZSCH: In dem Grimmaer Ortsteil entsteht eine Gruppenkläranlage mit 175 Einwohnerwerten. „Hier werden 54 Grundstücke angeschlossen“, weiß Ludwig Bachmann, Projektingenieur bei der OEWA in Grimma, die für den VVGG auch Ingenieurdienstleister ist. Ende Juli ist die Baumaßnahme gestartet, im Frühjahr 2017 will man sie abschließen.

„Wir komplettieren in Kaditzsch außerdem das Schmutzwassersystem“, informiert Bachmann. Anfang der 90er Jahre hatte man damit begonnen, im Ort ein Trennsystem für Schmutz- und Niederschlagswasser zu errichten, es aber nicht fertig gestellt. Außerdem fehlte eine Kläranlage. Die kommt jetzt. Und weitere 800 Meter Schmutzwasserkanal. „Zum Teil“, sagt Bachmann, „erneuern wir in Kaditzsch auch die Trinkwasserleitung.“ Vor allem an rohrbruchanfälligen Stellen. Die Kommunale Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH (KWW), die Kooperationsgesellschaft von VVGG und OEWA, investiert rund 120.000 Euro – sowie rund 570.000 Euro in die Vervollständigung des Trennsystems und die Gruppenkläranlage.

KÖSSERN: Auch dieser Ortsteil von Grimma erhält eine Gruppenkläranlage. Die Maßnahme liege in den letzten Zügen, berichtet Bachmann. Im September soll sie beendet werden. 14 Grundstücke im Siedlerweg sowie Am Brückenberg werden angeschlossen. Dafür wurden 380 Meter Kanal gebaut, parallel dazu die Trinkwasserleitungen sowie Hausanschlüsse erneuert. Eine Investition von insgesamt mehr als 320.000 Euro.

Lutz Kunath, Geschäftsführer des VVGG: „Dort, wo Gruppenkläranlagen entstehen, haben sich die Anwohner bewusst für diese dezentrale Abwasserentsorgung entschieden. Weil es in ihrem Fall die günstigste Variante ist.“ Kunath betont, dass es nicht zwingend erforderlich war, dass sich der gesamte Ort an die neue Gruppenkläranlage anschließt. Es können auch einzelne Straßenzüge sein – oder mehrere Grundstücke, wie etwa in Kössern. Die vorab geführten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen hätten gezeigt, wo Gruppenkläranlagen einen Sinn ergeben.

Ist das Bauvorhaben beendet, erhalten die Anwohner, so in Kaditzsch oder Kössern, drei Monate Zeit, ihre Grundstücke anzuschließen. Sie beteiligen sich mit freiwilligen Mehrkostenbeiträgen an dem Projekt und erhalten, wie Kunath sagt, damit ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Denn um den Betrieb der Anlage kümmert sich später die OEWA als Betriebsführer des VVGG. 2017 läuft das Programm zum Bau von Gruppenkläranlagen aus. Bis dahin erhält der VVGG Fördermittel.