Putzkolonne im Einsatz

Die Sonne lacht, und damit ist es höchste Zeit für den Frühjahrsputz. Nicht nur zu Hause, sondern auch im Wasserwerk Storkow. Die erste der beiden Reinwasserkammern stand am 27. März auf dem Plan. Bis Ende April werden sämtliche Wasserspeicher und Erdhochbehälter im Versorgungsgebiet des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Scharmützelsee – Storkow/Mark“ (WAS) gründlich gewienert.

„Es geht darum, die Innenwände der Anlagen, die normalerweise mit Trinkwasser gefüllt sind, von Eisen- und Mangan-Ablagerungen zu befreien, um jederzeit eine einwandfreie Trinkwasserqualität zu gewährleisten“, erklärt Manfred Stürmer, Gruppenleiter bei der OEWA Storkow GmbH, dem technischen Betriebsführer des  WAS. Gleichzeitig wird der Umstand, dass die Speicher einmal leer gefahren sind, genutzt, um ihren Zustand augenscheinlich zu bewerten. Wenn zum Beispiel Risse sichtbar werden sollten.

Geputzt werden die Speicher regelmäßig. „Meistens ohne Chemikalien, anfangs mit einem Hochdruckreiniger, anschließend mit dem Besen“, erläutert Marko Ulbricht, der normalerweise bei der OEWA im sächsischen Oschatz arbeitet und die Kollegen in Storkow bei der Behälterreinigung unterstützt. Denn dafür braucht es eine spezielle Ausbildung, die der 44-Jährige absolviert hat. Er tauchte am 27. März bei herrlichem Sonnenschein in seinem weißen Schutzanzug in die Storkower Reinwasserkammer ab – und putzte ordentlich.

Tage zuvor ist das Wasser im Speicher allmählich ins Versorgungsnetz abgegeben worden; am Ende blieb lediglich ein kleiner Rest im Behälter. Nur so kann er auch geputzt werden. Um die Versorgungssicherheit der WAS-Kunden mit Trinkwasser zu gewährleisten, wird immer nur eine Kammer oder ein Speicher für die Aktion außer Betrieb genommen. Auch rückt die Putzkolonne gern im Frühjahr oder Herbst an, wenn der Wasserverbrauch noch nicht so hoch wie im Sommer ist. „Die kühlere Jahreszeit ist dafür ideal“, weiß Manfred Stürmer.

Nach nicht einmal zwei Stunden hatte Marko Ulbricht das Putzen in Reinwasserkammer Nummer 1 beendet. Die Wände, die Decke, der Fußboden – alles blitzte wieder. Und der OEWA-Experte war auch zufrieden mit dem Zustand des Speichers: „Alles in Ordnung“, lautet seine Sichtanalyse der leeren Hülle, die natürlich auch dem WAS als Eigentümer übermittelt wurde.

Bevor die Kammer allerdings wieder ans Netz konnte, musste das frische eingefüllte Trinkwasser ins Labor zur Analyse. „Es ist wichtig, dass uns die einwandfreie Trinkwasserqualität von einer unabhängigen Stelle bestätigt wird. Erst dann geben wir auch das Wasser aus dieser Kammer wieder für die WAS-Kunden frei“, schildert Manfred Stürmer. Am Mittwoch, dem 29. März gab es das grüne Licht: alles in Ordnung!

Jede der beiden Reinwasserkammern am Wasserwerk Storkow verfügt über ein Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern. Gebaut wurde die wasserwirtschaftliche Anlage im Jahr 1960. Der mit 1 000 Kubikmetern größte Wasserspeicher im Versorgungsgebiet des WAS befindet sich in Bad Saarow Marienhöhe. Er wurde in den 30er-Jahren gebaut. Weitere Wasserspeicher gibt es in Kolberg und Diensdorf. Die vorläufig letzte Putzaktion für 2017 ist für den 24. April vorgesehen.