Hochbehälter Holländer wird saniert

Der mit 4 500 Kubikmetern Fassungsvermögen größte Trinkwasserspeicher im Gebiet des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz ist in die Jahre gekommen. Der Investitionsbedarf am Hochbehälter Holländer offensichtlich. Und nun ist auch beschlossene Sache, wie man damit umgeht: „Die Entscheidung ist gefallen, nachdem das von uns beauftragte Ingenieurbüro die Vorstudie noch einmal überarbeitet und verschiedene Varianten überprüft hat. Wir werden also keinen neuen Hochbehälter bauen lassen, sondern sanieren die bestehende Anlage. Damit“, informiert Stephan Baillieu als Geschäftsführer der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH (DOWW), „verfolgen wir den wirtschaftlichsten Ansatz.“

Bis zuletzt war nicht klar, ob der Hochbehälter saniert oder ein neuer gebaut wird. Torsten Richter, Projektleiter bei der OEWA Wasser und Abwasser GmbH, dem Betriebsführer des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz: „Es gab anfangs drei Optionen. Darunter zwei Neubauvarianten – entweder mit dem bisherigen oder aber auf den aktuellen Wasserbedarf angepassten, geringeren Speichervolumen. Außerdem wurde eine Sanierung in Betracht gezogen, indem in den bestehenden Baukörper ein neues, modernes Innenleben eingesetzt wird.“

Wie Sven Gammisch, der für Döbeln zuständiger Gruppenleiter bei der OEWA, weiß, zeigt der Speicher mittlerweile „die  üblichen Verschleißerscheinungen baulicher Art“. Darüber hinaus gebe es weiteren Anlass, die Anlage dem Stand der Technik anzupassen. Denn bisher bestünde die Möglichkeit des offenen Zugangs zur Wasserfläche. Damit sei die Gefahr einer Verunreinigung höher. Auch das werde nun geändert.

Nachdem das Ingenieurbüro die Vorstudie abgeschlossen hat, kann nun weiter am Projekt gearbeitet werden. Bis Ende 2019, informiert Torsten Richter über die Zeitschiene, sollen Planung, Ausschreibung und Vergabe der Maßnahme erfolgt sein. Gebaut wird dann voraussichtlich ab dem Jahr 2020 in zwei Abschnitten: Erst wird eine Kammer, dann die zweite saniert. Beide können anschließend jeweils 1 850 Kubikmeter Trinkwasser speichern.

Auch wenn man mit dem Holländer in der Bauphase eine der wichtigsten Anlagen zur Trinkwasserversorgung zumindest teilweise vom Netz nehmen muss, so sieht Sven Gammisch darin keine Probleme: „Eine Kammer wird immer in Betrieb bleiben. Außerdem sind die Wassergewinnungsanlagen im Verbandsgebiet gut aufeinander eingestellt und miteinander verbunden. Die Versorgung der Wasserverbandskunden mit Trinkwasser wird natürlich auch in der Bauphase gewährleistet sein.“

Wie viel Geld die DOWW am Ende investieren muss, um den 1968 gebauten Holländer den technischen und hygienischen Anforderungen entsprechend für die Zukunft zu ertüchtigen, sei noch nicht abzuschätzen. „Wir müssen die weitere Planung und am Ende die Ausschreibung abwarten“, betont Stephan Baillieu.