Hartes Wasser ist gesund

Hartes Wasser. Keiner mag es. Vor allem Hausfrauen und -männer wegen der unschönen Kalkablagerungen an den Armaturen. Dabei ist es vor allem eins: äußerst gesund. Und qualitativ einwandfrei. Denn die Härte des Wassers ist nach der deutschlandweit geltenden Trinkwasserverordnung kein Qualitätskriterium. Es gibt dafür keinen Grenzwert! Schließlich beeinträchtigt hartes Wasser die menschliche Gesundheit in keinster Weise. Wäre das der Fall, gäbe es auch einen Grenzwert.

Die Wasserhärte beschreibt die Konzentration von Mineralien – insbesondere von Calcium und Magnesium – im Trinkwasser. Man spricht hier auch von Härtebildnern. Je mehr Calcium- und Magnesiumverbindungen im Wasser gelöst sind, desto härter ist das Wasser. Entscheidend ist, dass die Wasserhärte etwas ganz Natürliches ist und abhängig von der Zusammensetzung des Bodens und der Gesteinsschichten, die das  Grundwasser passiert: Je kalk- oder gipshaltiger diese Schichten sind, desto größer ist die Konzentration der Mineralien und damit auch die Wasserhärte.

Im Verbandsgebiet des TAZ Trink- und Abwasserzweckverbandes Burg (Spreewald) leben circa 9 200 Einwohner. 4 000 Einwohner bekommen Trinkwasser, das im Wasserwerk Burg (Spreewald) aufbereitet wird. Das Trinkwasser verfügt hier über eine Wasserhärte von 3,2 Millimol je Liter; nach alter Maßeinheit entspricht dieser Wert 18 Grad deutscher Härte. Gemäß Wasch- und Reinigungsmittelgesetz ist das Burger Trinkwasser damit als hart einzustufen. Dort, wo das kühle Nass aus dem Wasserwerk Fehrow kommt, ist es weich. Außerdem bezieht der TAZ Trinkwasser aus den Wasserwerken Cottbus und Eichow; hier ist es mittelhart. Bei 17 Grad deutscher Härte liegt im Übrigen der brandenburgische Durchschnittswert.

Hin und wieder sieht sich der TAZ Wünschen seiner Kunden gegenüber, die gern weicheres Wasser hätten. Aber ergäbe es Sinn, das Wasser schon im Wasserwerk zu enthärten und dafür in die notwendige technische Ausstattung zu investieren? Ein solcher Schritt würde zwangsläufig zu höheren Gebühren führen, die dann alle TAZ-Kunden zahlen müssten. Etwa die Hälfte der Kunden würde daraus aber keinen Nutzen ziehen, also kein weicheres Wasser als jetzt erhalten, und müsste dennoch die gestiegenen Gebühren mit tragen. Und was ist mit denen, die härteres Wasser bevorzugen, weil es eben mehr Mineralien enthält und ihnen gut tut?

Der Vorteil von härterem, also kalkhaltigerem Trinkwasser liegt vor allem in der menschlichen Gesundheit. Der hohe Mineralstoffgehalt ist gut für den Knochenbau, für die Zähne und das Nervensystem. Viele sagen auch: Es schmeckt besser. Außerdem schützt es metallische Rohrleitungen besser gegen Korrosion. Nachteile sind vor allem optischer Natur, weil sich der Kalk sichtbar ablagert und Haushaltsgeräte schneller verkalken lässt. Hinzu kommt, dass Tee oder Kaffee nicht so gut schmecken wie mit weicherem Wasser. Auch ist der Waschmitteleinsatz höher.

Technisch ist es grundsätzlich möglich, Trinkwasser zu enthärten. Es gibt beispielsweise Fällungsverfahren mit Natronlauge oder Kalkmilch. Zwei weitere Optionen: Ionenaustausch oder Membranverfahren wie Umkehrosmose. Verbreitet hingegen sind diese technisch anspruchsvollen und damit kostenintensiven Varianten zur Enthärtung des Wassers nicht.

Im Fall des TAZ Burg (Spreewald) müsste man in Anbetracht der Größe des Wasserwerks und der Wasserabnahme – je nach Verfahren – mit einer Kostensteigerung von circa 50 Cent je Kubikmeter rechnen.

Neben der „großen Lösung“ im Wasserwerk gibt es auch eine kleine. Wer den Wunsch nach weicherem Trinkwasser hat, könnte in seiner privaten Hausinstallation Ionenaustauscher zur Enthärtung einsetzen. Das ist jederzeit möglich und die Entscheidung jedes Einzelnen.

Bei der Versorgung seiner Kunden mit Trinkwasser muss der TAZ Burg (Spreewald) in erster Linie darauf achten, dass die Vorgaben der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Und das ist der Fall. Vollkommen unabhängig davon, ob das Wasser härter oder weicher ist.