Die Toilette – DER Mülleimer für alles

Immer häufiger fallen die Hauptpumpwerke in Wegeleben und den umliegenden Ortschaften aus. Woran das liegt? „Das liegt einfach daran, was im Abwasser hier alles ankommt“, weiß Mike Dragon, Gruppenleiter der OEWA Wasser und Abwasser GmbH für Wegeleben. Die OEWA betreibt die 16 Hauptpumpwerke im Auftrag des Trink- und Abwasserzweckverbandes Vorharz.
Die Pumpwerke seien „ein Sammelbecken für sämtlichen Unrat, der gedankenlos über die Toiletten entsorgt wird“, sagt Dragon. Vor allem in Harsleben und Wegeleben sei die Situation brenzlig. Regelmäßig fährt hier der Spülwagen der OEWA vor, um die Anlage wieder zum Laufen zu bringen. „Das ist für unsere Kollegen ein enormer Aufwand“, betont der Gruppenleiter, „und nicht in ein paar Minuten getan.“

Der Mensch ist von Natur aus bequem: Einfach die Toilettenspülung betätigen und schon sind fettige Soßenreste vom Sonntagsbraten, die übrig gebliebenen Kartoffeln, Mullbinden, Babywindeln, Damenhygieneartikel, Lappen und vor allem Feuchttücher aus dem Sichtfeld und entsorgt. Doch insbesondere beim Betrieb der Abwasseranlagen bereitet dieses Verhalten immer größere Probleme. Der Aufwand und damit die Kosten steigen.

„Die Feuchttücher“, schildert OEWA-Mitarbeiter Tobias Klein, „sind extrem problematisch.“ Sie kämen als fester Zopf oder Klumpen, angereichert mit jeder Menge Fett, in den Hauptpumpwerken an und sorgen dafür, dass die Pumpen Schwerstarbeit leisten müssen. „Irgendwann schaffen sie das nicht mehr und fallen aus“, beschreibt Klein seinen Arbeitsalltag. Fakt ist, dass man Feuchttücher laut Verpackungshinweis sogar über die Toilette entsorgen darf. Das sehen die OEWA-Mitarbeiter äußerst kritisch. „Die zerreißen einfach nicht, lösen sich nicht auf, deshalb haben wir große Probleme damit“, ergänzt Abwasserexperte Tobias Klein.

Der Aufwand sei enorm, den durch falsches Verhalten entstandenen Schaden zu beheben. Die Pumpen müssten oftmals mit Spezialtechnik und mindestens durch zwei OEWA-Mitarbeiter aus dem Schacht gezogen und gebaut, von Hand gereinigt und dann wieder eingebaut werden. Das könne man sich in vielen Fällen, wenn der Verbraucher etwas umsichtiger wäre, ersparen. „Feuchttücher und sämtlicher Müll gehören einfach nicht in die Toilette“, fasst Gruppenleiter Mike Dragon zusammen.

Hoch problematisch seien im Übrigen auch Essensreste, die über die Toilette weggespült würden. „Das Fett erkaltet an den Innenwänden der Rohre, die setzen sich zu, und irgendwann läuft das Abwasser zur Verwunderung des Kunden nicht mehr ab“, erklärt Mike Dragon. Außerdem würden durch Essensreste in der Kanalisation Ratten unnötig angelockt.

Im Hinblick auf den Welttoilettentag, der jedes Jahr am 19. November begangen wird, bittet die OEWA die Abwasserkunden um etwas mehr Umsicht beim Entsorgen über die Toilettenspülung.