Containerturm auf der Kläranlage in Westewitz

Die POWERSTEP-Versuchsanlage auf der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal in Westewitz nimmt immer mehr sichtbare Formen an. Anfang September werden die einzelnen Bestandteile geliefert - von den Betriebsmitteln bis hin zu technischen Ausstattungskomponenten. Beides wird in zwei übereinander gestapelten Containern verborgen. Der Containerturm wird am Ende fast sieben Meter hoch sein.

In Container Nummer 1 befinden sich die notwendigen Betriebsmittel für den Versuch, mit dem man schon dem zulaufenden Abwasser möglichst viel Energie entziehen will. Dazu zählen zum Beispiel Fällmittel und Flockungshilfsmittel für eine Polymerstation. "Wir wollen uns allmählich herantasten, um herauszufinden, wie viel Kohlenstoff wir aus dem Abwasserstrom herausfiltern können, ohne die Reinigungsleistung der Kläranlage zu beeinträchtigen", erklärt Johan Stüber, der die Versuche für das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) begleitet - vor Ort unterstützt durch die Kollegen des Abwasserbereiches in der Niederlassung Döbeln der OEWA Wasser und Abwasser GmbH.

In Container Nummer 2 wird die technische Anlage installiert, unter anderem ein Trommelsieb, um die gebundenen Kohlenstoff-Flocken aus dem Abwasser zu entfernen. Das Ziel sei, laut Johan Stüber, im Versuchsverlauf irgendwann den gesamten Abwasserstrom durch diesen Container zu leiten. Beginnen wird man nur mit einem Teil. Stüber: "Das Abwasser muss erst hochgepumpt werden und wird dann oben im Container getrennt - die kohlenstoffhaltigen Flocken vom übrigen Abwasser, das im freien Gefälle zurück geleitet wird, weiter in die Belebung, wo die Bakterien die Arbeiten verrichten und die organischen Bestandteile abbauen." Die Frage ist: Wie viel Futter brauchen die Bakterien, um arbeiten zu können? Sie ist der Kern des von der EU geförderten Versuchsprojektes.

Stüber: "Wir wollen auch beweisen, welches Potential der Klärschlamm hat, um die größtmögliche Biogas-Ausbeute zu erzielen." Im Pilotmaßstab seien dazu schon verschiedene Versuche gelaufen. Nun gilt es, die Ergebnisse in der Praxis zu untermauern.
Im September soll die Testphase für den POWERSTEP-Versuch beginnen. Und dann werde man sich an das maximal Mögliche herantasten, sagt Stüber.