Abwasserentsorgung – einfach nur selbstverständlich

62 Millionen Euro. So viel Geld hat der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal (AZV) seit 1999 in Abwasserkanäle, Pumpwerk, Kläranlagen investiert. Seitdem arbeitet der AZV mit der OEWA Wasser und Abwasser GmbH als Betriebsführer zusammen; gemeinsam setzt man die Maßnahmen um – und damit das Abwasserbeseitigungskonzept des Verbandes.

Auch 2017 passiert eine Menge, wird viel investiert, wie AZV-Geschäftsführer Stephan Baillieu sagt. Der Tag des Wassers am 22. März sei willkommender Anlass, um die oftmals hinter den Kulissen und ohne öffentliche Beachtung stattfindende Arbeit in der Abwasserentsorgung etwas näher zu beleuchten. Zumal das Abwasserthema diesmal im Fokus des weltweiten Aktionstages steht.

Einige wichtige Investitionsprojekte im Gebiet des AZV Döbeln-Jahnatal:

Hochwasserschutz für die Kläranlage Döbeln-Masten
Erhöhung Hochwasserschutzdeich um 0,66 Meter (rund 1 Million Euro): Genehmigung liegt vor, aktuell läuft die Ausschreibung der Maßnahme, die Angebote werden bis Ende März gesichtet.

Gruppenkläranlagen Nelkanitz und Schrebitz
Die Kläranlage Schrebitz befindet sich im Bau und soll bis Mai 2017 fertig gestellt werden. Die Gesamtkosten liegen voraussichtlich bei 650.000 Euro. Der Bau der Kläranlage Nelkanitz ist beauftragt. Im April soll es hier losgehen, Ende 2017 soll das Projekt abgeschlossen sein. Die geschätzten Kosten liegen bei rund 400.000 Euro.

Erneuerung Mischwasserkanalisation Karl-Liebknecht-Straße in Döbeln
Die rund 260.000 Euro teure Maßnahme befindet sich aktuell in der Planung, mit dem Ziel, sie noch 2017 (voraussichtlich ab Mitte des Jahres) umzusetzen.

Umverlegung von Schmutz- und Regenwasserkanälen im Zusammenhang mit dem Ausbau am Autobahnzubringer B 175 in Döbeln-Ost
Das Angebot liegt vor und muss noch durch die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal beschlossen werden. Die Maßnahme soll zwischen April und August 2017 realisiert werden. Die Kosten liegen bei rund 1,1 Millionen Euro

Sanierung des Kanalnetzes in der Trinkwasserschutzzone Ostrau
Ein Projekt mit einem Investitionsumfang von fast zwei Millionen Euro. Derzeit läuft die Ausschreibung der ersten Bauabschnitte. Es ist geplant, im Mai 2017 mit dem Bau zu beginnen. Die Umsetzung wird mindestens bis 2018 dauern.

„Wir haben in der Vergangenheit eine Menge erreicht und die Abwasserentsorgung im überwiegenden Teil des Verbandsgebietes auf den Stand der Technik gebracht und modernisiert. Da steckt eine Menge Arbeit dahinter – von der Planung der Projekte bis zur Umsetzung“, betont  Baillieu. Er kann nachvollziehen, dass das Interesse der Verbandskunden an der Abwasserentsorgung nicht besonders groß ist. Aber Baillieu findet dennoch: „Manchmal ist es hilfreich zu wissen, was passiert eigentlich mit dem Abwasser, wenn die Toilettenspülung betätigt ist?“

„Unsere Arbeit“, weiß OEWA-Bereichsleiter Jakob Reif, „wird oftmals erschwert, weil die Kunden die Abwasserentsorgung tatsächlich für selbstverständlich erachten und nicht darüber nachdenken, welche Folgen für die Allgemeinheit ihr Verhalten haben könnte.“ Wenn zum Beispiel nicht mehr benötigte Arzneimittel einfach über die Toilette entsorgt werden. Oder Hygieneartikel. Oder Kleidungsstücke. Nach wie vor ein sehr heikles Thema: Feuchttücher. „Laut Verpackungshinweis dürften Feuchttücher über die Toilette entsorgt werden, aber das funktioniert nicht. Die Tücher zerreißen nicht, bilden stattdessen sehr feste Verzopfungen, die sogar große Pumpwerke lahm legen können.“ Deshalb appelliert Jakob Reif an die Verbraucher, die Feuchttücher in den Hausmüll zu geben und nicht über die Toilettenspülung zu entsorgen. Gleiches gilt für jegliche Art von Nahrungsmittelresten, welche nichts in der Toilette zu suchen haben, sondern in die Bio-Tonne entsorgt werden müssen.

Der Tag des Wassers steht in jedem Jahr unter einem anderen Motto. 2016 ging es zum Beispiel um die Berufe in der Wasserwirtschaft, 2017 lautet es „Wastewater – Abwasser“. Es geht in vielen Veranstaltungen überall auf der Welt an diesem Tag um die Abwasserentsorgung und speziell um die Nutzung des Abwassers. Abwasser, so die Botschaft, soll nicht einfach entsorgt, sondern als Ressource wahrgenommen werden. Mit der Versuchsreihe POWERSTEP auf der Kläranlage in Westewitz beschäftigt sich der AZV Döbeln-Jahnatal exakt mit diesem Thema: Wie kann die im Abwasser vorhandene Energie effektiv genutzt werden? Mehr dazu am Mittwoch, dem 22. März in Westewitz.

Übrigens, seit 1993 wird der Tag des Wassers immer am 22. März begangen. Er ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, auf der er von der UN-Generalversammlung per Resolution ausgerufen wurde.