Wasserlexikon
Wasser
Wasser, H2O, entsteht bei der unter starker Wärmeentwicklung verlaufenden Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff (Knallgasreaktion). Infolge der -> Verdunstung des Wassers enthält Luft mehr oder weniger große Mengen Wasser in dampfförmigem Zustand (= Luftfeuchtigkeit), welches bei Luftabkühlung kondensiert und in Form der verschiedenen Niederschlagsarten wieder der Erdoberfläche zugeführt wird (Wasserkreislauf). Ferner bildet es den Hauptbestandteil der tierischen und pflanzlichen Organismen. Es ist für den Ablauf der Lebensvorgänge unentbehrlich.
Wasseraufbereitung
Befreiung des Wassers von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern vor der Abgabe an das Trinkwasserverteilungsnetz der Wasserversorgung. Die Aufbereitung erfolgt in mehreren technologischen Stufen in den Wasserwerken. Als Wasseraufbereitung wird auch die Behandlung der Abwässer von Industrieanlagen vor ihrer Einleitung in Gewässer (Vorfluter) oder vor ihrer Wiederverwendung als Brauchwasser im Kreislauf des Werks bezeichnet.
Wasserdruck
Der Wasserdruck wurde früher in atü und heute in bar gemessen. Ein Wasserdruck von 1 bar entspricht einer auf eine Unterlage drückende Wassersäule von 10 m Höhe. In technischen Regeln ist festgelegt, dass der Wasserversorger (bei Neubaugebieten) einen bestimmten Mindestwasserdruck zu liefern hat.
Wasserhärte
Gleichbedeutend mit Härte. Gehalt an Calcium- und Magnesiumsalzen im Wasser. Die Gesamthärte eines Wassers setzt sich aus der Carbonathärte und der permanenten Härte zusammen. Die Wasserhärte wurde bisher in Grad deutscher Härte angegeben. Neu ist die Angabe in Millimol je Liter (mmol/L). Ein Grad deutscher Härte entspricht einem Gehalt von 10 mg Calciumoxid/ Liter bzw. 0,18 mmol/Liter. Hartes Wasser führt bei der Warmwasserbereitung in höherem Maße zu Kalkablagerungen als weiches Wasser (Kesselstein).
Wasserkreislauf
Natürliche Bewegung des Wassers als flüssiges Wasser, Wasserdampf und Eis auf, unter und über der Erde. Der Wasserkreislauf beschreibt die Zirkulation des Wassers zwischen Meer und Festland in Verbindung mit Zustandsänderungen von gasförmig zu flüssig bzw. fest und umgekehrt in der Abfolge Verdunstung, Niederschlag und Abfluss. Man unterscheidet einen großen oder äußeren Wasserkreislauf (Verdunstung über dem Meer, Niederschlag über dem Land, Abfluss des Niederschlagswassers zum Meer) und mehrere kleine (innere) Kreisläufe (Verdunstung und Niederschlag über dem Meer bzw. über dem Land), die sich in die große Zirkulation eingliedern.
Wasserleitung
Technische Vorrichtung zum Transport von Wasser. Wasserleitungen bestehen aus verschiedenen Materialien. Am gebräuchlichsten sind heute duktile Gussrohre, Stahlrohre und PE- Rohre. Wasserleitungen gibt es in den unterschiedlichsten Abmessungen, siehe auch Rohrnetz, Kanalisation.
Wassermangel
Länder leiden nach Berechnungen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der UNESCO unter Wassermangel, wenn die jährlich verfügbare Menge an sich erneuerndem Süßwasser 1000 Kubikmeter pro Kopf und Jahr oder weniger beträgt. Die zur Verfügung stehende Wassermenge ist von den klimatischen Verhältnissen, z.B. dem regionalen Niederschlagsangebot und der Wasserqualität, die durch schädliche Umwelteinflüsse teilweise stark negativ beeinflusst ist, abhängig.
Wasserstoff
Farb-, geruch- und geschmackloses Gas, H2. Wasserstoff existiert kaum in elementarem Zustand, ist dahingegen in zahlreichen anorganischen (hauptsächlich Wasser) und fast allen organischen Verbindungen vertreten (z.B. Kohlenwasserstoffe). Wasserstoff ist brennbar, sein Verbrennungsprodukt ist das Wasser. Wasserstoff bildet mit Sauerstoff hochexplosive Gemische (Knallgas).
Wasserverbrauch
Genutzte (Trink)Wassermenge. In der Regel wird der Wasserverbrauch in Liter oder m³ pro Einwohner und Tag bzw. in m³/a angegeben. Die durchschnittlichen Wasserverbräuche der Industrieländer sind 5 bis 20 - fach höher als die der Entwicklungsländer. In den USA werden pro Tag und Einwohner 220 Liter verbraucht, in Deutschland ca. 110 Liter pro Tag und Einwohner.
Wasserverschmutzung
Verunreinigung von fließenden oder stehenden Gewässern, siehe auch Kontamination. Mit steigendem Wasserbedarf wächst zwangsläufig auch der Abwasseranfall. Die natürliche Selbstreinigungskraft der Gewässer reicht vielfach nicht mehr aus, um auf natürlichem Wege einen stabilen ökologischen Gewässerzustand zu erreichen, da sie zum Teil durch die Wasserverschmutzung, d.h. die Beeinträchtigung der Wasserqualität eines meist natürlichen Gewässers durch eingeleitete Abwässer, herabgesetzt wird.
Wasserversorgung
Gewinnung, Aufbereitung, Speicherung und Zuleitung von Trink- und Brauchwasser für die Bevölkerung, die Industrie und die Landwirtschaft. Das Rohwasser wird dem Grundwasser, Quellen, Bächen, Flüssen, Seen oder Talsperren entnommen. Das Wasser wird mittels Pumpen von der Gewinnungsstelle zum Versorgungsgebiet befördert und bei Bedarf einer Wasseraufbereitung bzw. Trinkwasseraufbereitung unterzogen. Anschließend wird es vom Wasserwerk in ein Rohrnetz (Wasserleitung) geleitet und von den Hauptleitungen zu den einzelnen Verbrauchern abgezweigt.
Wasserwerk
Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser zur Versorgung der Bevölkerung oder auch Industriebetrieben mit Trinkwasser, siehe auch Wasseraufbereitung und Trinkwasseraufbereitung.
Wasserzähler
Geeichtes Messgerät zur exakten Erfassung der verbrauchten Wassermenge eines Hausanschlusses. In Deutschland muss die Menge an verkauftem Wasser grundsätzlich mit Wasserzählern gemessen werden. Wasserzähler unterliegen dem Eichgesetz, welches die Dauer der Nutzung eines Wasserzählers und die Messgenauigkeit definiert.




