Wasserlexikon
Pegel
Technische Einrichtung zur Messung von Wasserständen eines Gewässers, z.B. eine Latte mit einer Messskala.
Permanente Härte
Gleichbedeutend mit Nichtcarbonathärte oder bleibender Härte. Gegenstück zur Carbonathärte. Teil der Wasserhärte bzw. Gesamtwasserhärte, welcher nicht an Hydrogencarbonat HCO3 bzw. Carbonat CO3, sondern an andere Anionen wie z.B. Chlorid, Nitrat und Sulfat gebunden ist. Die permanente Härte umfasst daher alle Magnesium- sowie Calciumionen, die nicht als Magnesium- oder Calciumcarbonat aus dem Wasser entfernt werden können.
Persistenz
Eigenschaft von Substanzen, nicht oder nur sehr schwer (bio)chemisch abbaubar zu sein. Persistent sind z.B. viele Chlorverbindungen und molekular extrem stark verzweigte Kohlenwasserstoffe.
Pflanzenkläranlagen
Kleine, dezentrale Bauform einer Kläranlage, bei der natürliche Prozesse zur Selbstreinigung kleinerer Schmutzwassermengen aus dem häuslichen Bereich genutzt werden. Dazu werden Schilf und weitere Pflanzenarten des Feuchtbiotops in flachen Mulden angepflanzt. Die sich ansiedelnden Mikroorganismen spalten dann bestimmte Abwasserinhaltsstoffe und wandeln diese in für Pflanzen nutzbare Stoffe um. Pflanzenkläranlagen bedürfen der regelmäßigen Pflege. Der sich ablagernde Schlamm muss entfernt und das Wachstum des Biotops geprüft werden. Bei der Einleitung größerer Mengen von Wasserschadstoffen wie Tensiden oder auch Medikamentenresten, die über die Abwassersysteme entsorgt werden, können Pflanzenkläranlagen schwere Funktionsstörungen erleiden.
pH-Wert
Maßzahl für die Wasserstoffionen-Konzentration und damit für die Stärke des sauren oder alkalischen Reaktionscharakters (Acidität oder Alkalität) einer wässrigen Lösung. Mit pH-Elektroden wird der pH-Wert durch den Vergleich mit standardisierten pH-Lösungen gemessen. Er kann auch durch die Verwendung von Indikatoren, welche bei bestimmten pH-Werten Farbumschläge zeigen, bestimmt werden. Trinkwasser muss einen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,0 aufweisen. Die Spannweite reicht von pH=1 bis pH=14. Ein pH-Wert von 14 bedeutet, dass die Lösung stark basisch ist, ein pH-Wert von 1 heißt: stark sauer. Im Falle einer neutralen Lösung beträgt der pH-Wert 7.
Phosphate
Salze und Ester der verschiedenen Phosphorsäuren. Wegen ihrer komplexbildenden, waschaktiven Eigenschaft als Zusatz in Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten. Phosphate gelangen über Haushaltsabwasser und Düngemittelauswaschung in die Gewässer und tragen zur Eutrophierung bei. Das ist für die Nutzung von See- und Talsperrenwasser zur Trinkwassergewinnung ungünstig. Als Bioelement tritt Phosphat in höherer Konzentration im kommunalen Abwasser auf. Bioelemente wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff sowie Stickstoff, Phosphor usw. sind Bestandteile der lebenden Zellsubstanz und müssen deswegen über die Nahrung aufgenommen werden. Phosphate sind essentielle Nährstoffe und wichtige Wertstoffe. Moderne Technologien werden zunehmend darauf ausgelegt, Wertstoffe wie v.a. das Phosphat aus dem Abwasser bzw. dem Klärschlamm zurückzugewinnen.
Phosphor
Gas, das in der Natur ausschließlich in gebundenem Zustand in Form von Phosphaten und Biomolekülen vorkommt. Es existiert ein biologischer Phosphorkreislauf, dem von außen Phosphate zugeführt werden, z.B. durch die Verwitterung und Auswaschung von Gesteinen sowie durch die landwirtschaftliche Düngung.
Phytoplankton
Gesamtheit der im Wasser frei schwebend lebenden Pflanzen sehr geringer Größe (z.B. Bakterien, einzellige Algen, Wasserlinsen).
Primärschlamm
(auch: Vorklärschlamm). Bei der Abwasserreinigung anfallender Schlamm, der durch die Entfernung von zumeist ungelösten Abwasserinhaltsstoffen in der Vorklärung (Teil der mechanischen Behandlungsstufe) unter Einwirkung der Schwerkraft aufgrund von Sedimentationsprozessen anfällt. Primärschlamm wird insbesondere beim Einsatz von Schlammfaulungsanlagen genutzt, da der organische Anteil im Schlamm besonders hoch ist, die Faulungsreaktionen besser ablaufen können und demnach mehr Biogas bzw. Faulgas entsteht.
Pumpe
Technische Vorrichtung zur Förderung eines flüssigen Mediums. Durch schnell rotierende Maschinenteile in der Pumpe werden ein (geringer) Unterdruck zur Ansaugung der Flüssigkeit beispielweise aus einem Behälter und ein Überdruck zum Weitertransport der Flüssigkeit z.B. in einen Hochbehälter erzeugt. In der Trinkwasserversorgung werden unterschiedliche Pumpen wie Brunnenpumpen und Druckerhöhungspumpen eingesetzt. Pumpen werden entsprechend des zu fördernden Mediums, deren Menge und dem erforderlichen Druck ausgelegt. Es gibt etliche Bauformen, Aufstellungsarten und Größenklassen.
Pumpstation
Eine Pumpstation enthält eine oder mehrere Pumpen zur Förderung einer Flüssigkeit, z.B. Trinkwasser oder Abwasser und wird an verschiedenen Stellen im Kanal- bzw. Leitungsnetz aufgestellt. Eine Pumpstation kann oberirdisch oder auch unterirdisch bis in große Tiefen errichtet werden. Im Bergbau werden Pumpstationen in bis zu mehreren hundert Metern Tiefe errichtet.




