Wasserlexikon
Magnesium
Silberweißes, zweiwertiges Leichtmetall, das für Menschen, Tiere und Pflanzen lebenswichtig ist. Mit 2 % Massenanteil an der Erdkruste ist es eines der am häufigsten auftretenden natürlichen Elemente. Es kommt in der Natur in unterschiedlichen Verbindungen in zahlreichen Mineralien vor. So ist im Mineral Dolomit Magnesiumcarbonat enthalten, Magnesiumsilikate findet man in Tonmineralien, Magnesiumsulfate sowie –chloride in Salzlagerstätten. Der Magnesiumgehalt ist neben der Calciumkonzentration für die Wasserhärte entscheidend, siehe Grad, Enthärtung und Wasserhärte.
Mangan
Silbergraues und sprödes Metall, welches als Braunstein (MnO2), Braunit (Mn2O3), Manganit (Mn2O3H2O), Hausmannit (Mn3O4) und Manganspan (MnCO3) vorkommt. Mangan ist ein essentielles Element, u.a. ein Bestandteil einiger Enzyme und trägt zur Steigerung der Thiaminverwertbarkeit (d.h. Verwertbarkeit des Vitamins B1) bei. Mangan wirkt beim Aufbau von Knorpelproteinen mit. Vor allem Grundwässer enthalten geologisch bedingt Mangan, welches nach dem Belüftungsprozess in der Wasseraufbereitung in Form von Manganoxid, welches bei neutralen pH-Werten praktisch unlöslich ist, über die -> Filtrationsstufe entfernt werden kann.
Membranverfahren
Spezielles Verfahren der Filtration zur Entfernung feinster Partikel bis hin zu gelösten Stoffen aus dem Abwasser bzw. Wasser im Rahmen der Abwasserbehandlung oder der Trinkwasseraufbereitung. Membranverfahren dienen u.a. der Herstellung von Trinkwasser, Prozesswasser und Reinwasser oder der Meerwasserentsalzung. Das Verfahrensprinzip besteht darin, das aufzubereitende Wasser mittels Druck durch eine Membran zu fördern, welche als Filter fungiert und kleinste Teilchen zurückhält. Oft kommen Kunststoff- oder Keramikmembranen zum Einsatz. Je nach Größe der abtrennbaren Partikel wird zwischen Mikrofiltration, Ultrafiltration, Nanofiltration und Umkehrosmose unterschieden. Je kleiner die entfernbaren Teilchen, desto größer ist der benötigte Druck und demnach der Energiebedarf. Im Gegensatz zur herkömmlichen Filtration können hier wesentlich kleinere Teilchen, auch niedermolekulare Substanzen, Bakterien, Viren und sogar Ionen entfernt werden.
Methan
Farb- und geruchloses, brennbares Gas. In der Natur entsteht die Kohlenwasserstoffverbindung Methan bei der Zersetzung organischer Pflanzenstoffe durch Methanbakterien. In Kläranlagen wird Methan durch die Faulung organischer Substanzen gewonnen. Das Methan wird dann als Energieträger in Blockheizkraftwerken zur Gewinnung von Elektroenergie und Wärme eingesetzt, siehe auch Biogas.
Mineralstoffe
Mineralien z.B. Erze, Gesteine und Rohstoffe bestehen aus einzelnen Mineralstoffen. Irrtümlicherweise werden Mineralstoffe oftmals mit Mineralien gleichgesetzt. Mineralstoffe sind lebenswichtige anorganische Nährstoffe, welche der Mensch über die Nahrung aufnehmen muss. Diese Stoffe sind anorganische Bestandteile der Erdrinde. Bei abgestorbenen und veraschten Pflanzen- und Tierresten bleiben die Mineralstoffe als Bestandteile der Körpersubstanz zurück.
Mineralwasser
Trinkwasser, welches meistens aus Grundwasser gewonnen wird und im Gegensatz zum Leitungswasser in Flaschenform vom Verbraucher gekauft werden kann. Es kann einen höheren, aber auch einen niedrigeren Mineralstoffgehalt als Trinkwasser aufweisen. Mineralwasser unterliegt nicht den Richtlinien der Trinkwasserverordnung sondern der Mineralwasserverordnung. Genau wie beim Trinkwasser werden Mineralien aus den Steinen des Untergrundes ausgewaschen und reichern sich im Wasser an. Bei einigen Mineralwässern sind Spurenelemente, wie Jod und Fluor in hohen Konzentrationen enthalten. Die Qualität des Mineralwassers wird, wie Trinkwasser auch, durch die Gesundheitsämter kontrolliert.
Mischsystem
Bezeichnung für Kanalnetze, die als Mischkanalisation betrieben werden und sowohl häusliches und gewerbliches Abwasser als auch Regenwasser zur Kläranlage und anschließend in den Vorfluter abführen, siehe auch Kanalisation.
Mischwasser
In der Trinkwasserversorgung Bezeichnung für ein aus den Reinwässern mehrerer Wasserwerke (an unterschiedlichen Standorten und demnach auch mit unterschiedlicher Wasserbeschaffenheit) zusammengesetztes Trinkwasser. Die Mischung kann im Rohrnetz, in einem Behälter oder in einem Wasserwerk erfolgen. Die Qualität des Mischwassers wird kontrolliert. Beim Abwasser wird gemischtes Schmutz- und Regenwasser als Mischwasser bezeichnet, siehe auch Mischsystem und Kanalisation.
Mischwasserkanal
Erdverlegte Rohrleitung, welche der gemeinsamen Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser zur Kläranlage dient.




