Wasserlexikon
Indirekteinleiter
Bezeichnung eines Abwassererzeugers, meist Gewerbe- oder Industriebetrieb, der sein Abwasser in die öffentliche Kanalisation einleitet. Das Abwasser wird dann meist zusammen mit dem kommunalen Abwasser in einer zentralen Kläranlage gereinigt und dem Gewässer zugeführt. Überschreitet das Abwasser des Gewerbe- oder Industriebetriebes die Grenzwerte, muss eine Vorreinigung erfolgen. Das Gegenstück hierzu ist der Direkteinleiter.
Industrieabwasser
Abwässer, die bei Verarbeitungsprozessen oder Produktionsprozessen in der Industrie anfallen. Die Industrie betreibt dort, wo es möglich ist, Wasserkreisläufe, um den Abwasseranfall zu minimieren. Beispiele für Industrieabwässer sind das Kühlwasser, Abwässer aus der Nahrungsmittelindustrie, Papierindustrie u.v.m., siehe auch Direkteinleiter und Indirekteinleiter.
Infiltration
Prozess des Eindringens von Flüssigkeiten in feste Medien bzw. dessen Hohlräume. Hierbei werden zum Teil auch Prozesse beschrieben, bei denen Schadstoffe (z.B. Ammonium) durch Versickerung in den Grundwasserleiter eindringen.
Inhibitor
Substanz, die allein durch ihre Anwesenheit Reaktionen verhindert oder verzögert. Beispielsweise behindert Phosphat durch die Anlagerung an festen Oberflächen das Auskristallisieren von Calcit. Phosphat ist außerdem ein Korrosionsinhibitor, weil es bestimmte Korrosionsprozesse verzögern kann.
Ionen
Atome oder Atomgruppen, die elektrisch geladen sind. Anionen sind negativ und Kationen positiv geladen. Salze, Säuren und Basen zerfallen in wässriger Lösung in ihre Ionen. Bei einigen Trennverfahren in der Wasseraufbereitung, z.B. Ionenaustauschern, wird der Effekt genutzt, dass Ionen durch elektrische und magnetische Felder beeinflusst werden.
Ionenaustauscher
Technische Anlagen, die mit Hilfe von organischen oder anorganischen Substanzen, den sogenannten Austauscherharzen (z.B. Acrylharz), Ionen aus dem Wasser entfernen. Die Wirkungsweise besteht darin, dass sich die im Wasser enthaltenen geladenen Teilchen an das Austauscherharz anlagern, dieses dafür im Austausch Ionen an das Wasser abgibt. Es wird zwischen Kationen-, Anionen- und Mischbettaustauschern unterschieden. Ionenaustauscher werden in der Trinkwasseraufbereitung z.B. zur Enthärtung angewendet, in der Abwasserbehandlung kommen sie u.a. zur Entfernung von Schwermetallionen zum Einsatz.




