Wasserlexikon
Dehydratisierung
Vorgang innerhalb einer chemischen Verbindung, bei dem ein größeres Molekül ein Wassermolekül von sich abspaltet. Als Dehydratisierung wird teilweise auch die (Gefrier-) Trocknung von Lebensmitteln und die Entwässerung kristallwasserhaltiger Verbindungen bezeichnet.
Denitrifikation
Durch bestimmte Bakterien (Denitrifikanten) unter Sauerstoffabwesenheit hervorgerufene molekulare Aufspaltung von Nitraten und Nitriten in elementaren Stickstoff, welcher in die Atmosphäre entweicht. In der Abwasserreinigung wird die Denitrifikation gezielt genutzt, um die eingeleitete Stickstofffracht in die Gewässer deutlich zu verringern. Im Trinkwasser wird die Denitrifikation nur eingesetzt, wenn durch andere Maßnahmen keine Nitratentfernung erreicht werden kann.
Desinfektion
Dem Gesundheitsschutz dienende Maßnahme zur Abtötung von Krankheitserregern und Bakterien. Entsprechend der Trinkwasserverordnung ist Trinkwasser dann zu desinfizieren, wenn Krankheitserreger im Rohwasser vorhanden sind bzw. deren Vorhandensein zu befürchten ist. Desinfektion kann durch Oxidationsmittel wie Chlorgas und Ozon oder durch toxisch wirkende Stoffe wie Chlordioxid erfolgen. Auch die Verwendung von UV-Bestrahlung ist möglich. Dabei wird die Erbsubstanz der Mikroorganismen derart zerstört, dass diese sich nicht mehr vermehren können und somit keinen Schaden im menschlichen Körper erzeugen können. Die Dosiermenge von Desinfektionsmittel ist so gering wie möglich zu halten, jedoch so hoch wie notwendig anzusetzen, um eine Wiederverkeimung im Trinkwassernetz beim Transport des Trinkwassers zum Verbraucher auszuschließen.
Destillation
Verdampfung und anschließende Kondensation (Wiederverflüssigung durch Abkühlung) einer Flüssigkeit zur Abtrennung der darin gelösten Feststoffe oder zur Trennung verschiedener Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Siedepunkten. Destilliertes Wasser ist ein von jeglichen Wasserinhaltsstoffen gereinigtes Wasser.
Direkteinleiter
Bezeichnung für Abwassererzeuger, insbesondere Gewerbe- und Industriebetriebe, die ihre Abwässer über eigene Kanalisationen direkt in ein Gewässer einleiten. Die Reinigung des Abwassers erfolgt in der Regel durch die Betriebe selbst. Das Gegenstück hierzu ist der Indirekteinleiter.
Drainage
Im Boden verlegte Rohre, die anstehendes Bodenwasser aufnehmen, ableiten und somit der Trockenlegung des Bodengrundes dienen. Drainagen werden besonders im Bereich von Gebäuden und Ackerflächen eingebaut. Drainagerohre werden überwiegend aus Kunststoff oder Beton hergestellt.
Druckentwässerung
System, bei welchem Abwasser mit Hilfe einer Pumpe aus tiefliegenden Gebäuden in höher liegende Freispiegelkanäle gefördert wird. Es gibt auch komplexe Druckleitungsentwässerungssysteme, in denen mehrere Pumpstationen das Wasser in Druckleitungen fördern.
Druckleitung
Bezeichnung für Rohrleitungen, in denen ein größerer Druck als der atmosphärische Druck herrscht. Sie dienen der Förderung von Flüssigkeiten (Wasser, Abwasser, Chemikalien) oder von Gasen (Luft, Sauerstoff, Chlorgas).
Durchlaufbecken
Besondere Bauart des Regenüberlaufbeckens. Es dient dem Rückhalt und der mechanischen Reinigung von Mischwasser vor seiner Einleitung in den Vorfluter. Die Besonderheit beim Durchlaufbecken besteht im Gegensatz zum Fangbecken, in welchem nur der erste Schmutzstoß gespeichert wird, darin, dass der gesamte Mischwasserstrom durch das Becken geleitet wird.




