Wasserlexikon
Base
Chemische Verbindung, die in wässriger Lösung den pH-Wert erhöht. Sie nimmt im Gegensatz zur Säure, ihrem Gegenstück, Protonen bzw. Wasserstoffionen auf. Die Begriffe Base und Lauge und die davon abgeleiteten Bezeichnungen sind weitgehend deckungsgleich und unterscheiden sich nur durch den Sprachgebrauch. Die in der Wasserchemie und Wasseraufbereitung wichtigsten Laugen sind: Natronlauge zur Bestimmung der Basekapazität eines Wassers und zur Entsäuerung bei der Trinkwasseraufbereitung sowie Calciumhydroxid (Kalkhydrat, Kalkwasser, Kalkmilch, oft einfach nur Kalk) zur Entsäuerung.
Belebtschlammverfahren
Biologische Abwasserreinigung, bei welcher die natürliche Selbstreinigung eines Gewässers künstlich erzeugt und dabei zeitlich und örtlich zusammengedrängt wird. Im Belebungsbecken werden die organischen Abwasserbestandteile unter Sauerstoffzufuhr von Mikroorganismen aufgenommen und in körpereigene Substanzen umgewandelt. Dabei entsteht Biomasse, die Klärschlamm genannt wird.
Belebungsbecken
Teil einer Kläranlage, in dem mit Hilfe von Mikroorganismen gelöste organische Stoffe abgebaut werden. Zur Beschleunigung des Abbauvorgangs werden die Mikroorganismen durch intensiven Lufteintrag mit Sauerstoff versorgt. Zum Abbau von Nitrat werden spezielle Mikroorganismen im Belebungsbecken angesiedelt, die in der Lage sind, Nitrat in Stickstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Der dabei frei werdende Stickstoff wird als Gas in die Atmosphäre abgegeben, siehe auch Belebtschlammverfahren.
Biofilm
Durch Mikroorganismen mit sesshafter Lebensweise gebildeter Film an Grenzflächen, wo mikrobielle Reaktionen ablaufen können. Beispiele sind: Brunnen, in denen Verockerungsreaktionen ablaufen, das Filterkorn von Enteisenungs- und Entmanganungsfiltern sowie mikrobieller Bewuchs von Behältern und Leitungen Diese Biofilme sind sehr robust und können sich den örtlichen Umweltbedingungen optimal anpassen.
Biogas
Durch mikrobielle Zersetzung von organischen Substanzen unter Luftabschluss entstehendes Gas. Auf großen Kläranlagen wird bei der Faulung aus Klärschlamm und organischen Materialien in großem Umfang Biogas, auch Faulgas genannt, gewonnen. Es besteht zu ca. 60% aus Methan, zu 35% aus Kohlendioxid sowie aus Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Aus Faulgas wird durch Verbrennung in Blockheizkraftwerken Wärme und Elektroenergie gewonnen. Faulgas ist giftig und hoch explosiv.
Blähschlamm
Entsteht durch spezielle Arten von Mikroorganismen. Als Blähschlamm wird aufschwimmender Klärschlamm bezeichnet. Dieser Effekt ist in der Regel unerwünscht, weil es dabei zum Ablauf von Schlamm in Gewässer kommen kann.
Blei
An frischen Schnittflächen glänzendes, an der Luft grauanlaufendes Schwermetall. Blei ist ein starkes Umweltgift, das zum Beispiel aus Abschwemmungen von Straßen und Dächern in die Gewässer bzw. Kläranlagen gelangen kann oder sich in Einzelfällen im Trinkwasser durch die Herauslösung aus alten Bleileitungen wiederfinden kann.
Bleileitung
Eine Trinkwasserleitung aus dem Werkstoff Blei. Der Einsatz von Bleirohren für die Trinkwasserverteilung in Hausinstallationen war in der Vergangenheit weit verbreitet. Die Abgabe von Bleiionen in das Trinkwasser kann nicht verhindert werden. Die abgegebene Menge von Bleiionen ist von verschiedenen Faktoren, wie dem pH-Wert und der Calcitlösekapazität des Wassers abhängig. Blei besitzt eine toxische Wirkung, daher hat der Gesetzgeber Grenzwerte für den Bleigehalt von Trinkwasser festgesetzt, die nicht überschritten werden dürfen.
Brackwasser
Mischwasser aus Süß- und Salzwasser. Brackwasser tritt besonders an Flussmündungen am Meer auf.
Brauchwasser
Allgemeiner Begriff für Wasser, welches nicht als Trinkwasser zum menschlichen Gebrauch geeignet ist. Brauchwasser wird für sekundäre Prozesse, wie Kühl- und Reinigungsprozesse in der Industrie eingesetzt. Brauchwasserleitungen sind zu kennzeichnen, um Verwechslungen mit Trinkwasser zu vermeiden.
Brunnen
Technische Bauwerke, welche der Gewinnung von Trinkwasser aus Grundwasser dienen. Die Bauweise eines Brunnens ist insbesondere von der Tiefenlage des Grundwasserleiters und den Gesteinsschichten, die vom Grundwasser durchströmt werden, abhängig. Brunnen können eine geringe Tiefe von wenigen Metern aufweisen oder auch deutlich tiefer als 100 m reichen.




